Document 119 · Letter
29 March 1804
Wrocław (Breslau)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld proposes sending the surveyor Cabanis to Husiten and having some 500 farmers recruited. According to Glenck's table from Zagórów, around 31,000 Morgen of manorial land would be available for division. Cabanis had already divided a small estate near Strehlen among Husiten, who paid 25/m Rthl in cash for 23 Hufen. Uminski, according to Prince Biron, finds the price for the Kamionna estates too high, but wants to view them. Triebenfeld considers this mockery, since Broniewski is still sitting there. Rapacki's prospective buyers demand payment terms that are too long.
Triebenfeld schlägt vor, den Geometer Cabanis zu Husiten zu schicken und etwa 500 Wirte anwerben zu lassen. Laut Glencks Tabelle aus Zagórów wären rund 31000 Morgen Dominialgründe zu dismembrieren. Cabanis hatte bei Strehlen bereits ein Gütchen an Husiten aufgeteilt, die für 23 Hufen 25/m Rthl bar zahlten. Uminski findet laut Prinz Biron den Preis für die Kamionna-Güter zu hoch, will sie aber besichtigen. Triebenfeld hält das für Spott, da Broniewski dort noch sitzt. Rapackis Kaufwillige verlangen zu lange Zahlungsfristen.
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- Der Prinz Biron hatt gestern sagen laßen — Uminski fände
- den Preis sehr hoch — indes wünsche er, daß ich ihm ein Schreiben
- an den dermaligen Administrator der Kaemener Güter geben mögte,
- nach welchem Uminski beglaubiget werde die Güter besehn zu können.
- Aus diesen Anverlangen geht hervor daß Uminski nur sein Gespötte
- mit der Sache treiben will — Er weis es doch zu gut daß Broniewski
- noch in die Güter ſizt, und daß er keine Verfügungen von Seiten Ewr
- Durchlaucht erlaube wird — Andererseits kennt Uminski dieſe
- Güter beßer als irgend einer von hier. Ich werde dem Prinzen
- desfals meine Meinung eröffenen
- Der Bote von Zagorowo ist zurück und hat beifolgende Piecen
- gebracht. Iſt dies kein inmaginelles Kunſt Product unſers guten
- Glencks, so übertrift es meine Kühnſten Wünſche die ich für Ewr
- Durchlaucht Glück zu hegte. Den nach dieser Tabelle hätten wir ja
- an 31000 Morgen würckliche Dominial Gründe zu Dismembriren.
- und die Rustical Gründe blieben zur weitern Disposition, ja
- selbst ein Stück Wald für Stadt um Land bleibt übrig.
- Um dies große Werck nun recht brillant und Mühenwürdig zu machen
- so habe ich einen eigenen Plan, den Ewr Durchlaucht zu prüfen geruhen
- wollen.
- Der Geometer Cabanis hat vor 3 Jahre das Gütchen Betsche unter
- Strehlen eingeteilt und an eine Anzahl Husiten übergeben
- die Leute zahlte vor 23 Hufen gleich 25/m. rt. baar Geld und
119 Der Prinz Biron hatt gestern sagen laßen — Uminski fände den Preis sehr hoch — indes wünsche er, daß ich ihm ein Schreiben an den dermaligen Administrator der Kaemener Güter geben mögte, nach welchem Uminski beglaubiget werde die Güter besehn zu können. Aus diesen Anverlangen geht hervor daß Uminski nur sein Gespötte mit der Sache treiben will — Er weis es doch zu gut daß Broniewski noch in die Güter ſizt, und daß er keine Verfügungen von Seiten Ewr Durchlaucht erlaube wird — Andererseits kennt Uminski dieſe Güter beßer als irgend einer von hier. Ich werde dem Prinzen desfals meine Meinung eröffenen Der Bote von Zagorowo ist zurück und hat beifolgende Piecen gebracht. Iſt dies kein inmaginelles Kunſt Product unſers guten Glencks, so übertrift es meine Kühnſten Wünſche die ich für Ewr Durchlaucht Glück zu hegte. Den nach dieser Tabelle hätten wir ja an 31,000 Morgen würckliche Dominial Gründe zu Dismembriren. und die Rustical Gründe blieben zur weitern Disposition, ja selbst ein Stück Wald für Stadt um Land bleibt übrig. Um dies große Werck nun recht brillant und Mühenwürdig zu machen so habe ich einen eigenen Plan, den Ewr Durchlaucht zu prüfen geruhen wollen.
Der Geometer Cabanis hat vor 3 Jahre das Gütchen Betsche unter Strehlen eingeteilt und an eine Anzahl Husiten übergeben die Leute zahlte vor 23 Hufen gleich 25/m. rt. baar Geld und
- übernahme alle Lasten — Sie baten dem Cabanis daß er ihnen doch
- Gegenden in Südpreußen nachweisen mögte, wo sie sich ankaufen
- und in starken Haufen ansäßig machen könten. Erlauben es
- Ewr Durchlaucht so schicke ich sofort den Cabanis an die Husiten
- und laße so ein 500 Wirthe anwerben —
- Dies sind bemittelte und industrieuse Menschen mit denen man alles
- machen kan. Über dem ist die Sache sehr gut und wird beim
- König — Aufsehen machen, indem die Menschen aus Böhmen ins Land.
- gezogen werden.
- Die Rapackische Kauf lustige Taugen nicht
- viel, die Kerl wollen weit aussehende
- Zahlungs Termine haben, und darauf ist
- sich nicht füglich einzulaßen — der Bothe
- ist damit zurük gekommen.
- Lieber sind mir die Husiten, den ich werde
- Ewr Durchlaucht hernach um das Patent als
- Bischoff dieser Heerde Bittz, sobald an 500 und
- mehr Wirthe engagirt sein werden.
- Schöneich dechiffrirt aus einen ebenmäßigen
- Plan seine einzige Rettung — er will seine
- ganze M[s?]tower Güter an diese Art Leute
- überlaßen.
- Breslau den 29ten Marz 1804
- v Triebenfeld
übernahme alle Lasten — Sie baten dem Cabanis daß er ihnen doch Gegenden in Südpreußen nachweisen mögte, wo sie sich ankaufen und in starken Haufen ansäßig machen könten. Erlauben es Ewr Durchlaucht so schicke ich sofort den Cabanis an die Husiten und laße so ein 500 Wirthe anwerben — Dies sind bemittelte und industrieuse Menschen mit denen man alles machen kan. Über dem ist die Sache sehr gut und wird beim König — Aufsehen machen, indem die Menschen aus Böhmen ins Land. gezogen werden.
Die Rapackische Kauf lustige Taugen nicht viel, die Kerl wollen weit aussehende Zahlungs Termine haben, und darauf ist sich nicht füglich einzulaßen — der Bothe ist damit zurük gekommen.
Lieber sind mir die Husiten, den ich werde Ewr Durchlaucht hernach um das Patent als Bischoff dieser Heerde Bittz, sobald an 500 und mehr Wirthe engagirt sein werden. Schöneich dechiffrirt aus einen ebenmäßigen Plan seine einzige Rettung — er will seine ganze M[s?]tower Güter an diese Art Leute überlaßen.
Breslau den 29ten Marz 1804
v Triebenfeld

