Document 104 · Letter
3 April 1799
Wrocław (Breslau)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
v. Triebenfeld guarantees that the Prince's affair will be brought to an honourable and advantageous end within a couple of months. He says the intention is to prevent a valuation of the princely estates and to make everything appear as a matter of grace. The exchange, he says, will be decided by the balance between the estates. He says he has persuaded Count Schlabrendorff to accept a bill of exchange for one year for the interest. Around 16 April he will travel to Berlin until the end of May. The estates sold to Prince George, he says, are now valued at over 700/m Rthl.
v. Triebenfeld verbürgt sich, die Sache des Fürsten werde in ein paar Monaten ehrenvoll und vorteilhaft beendet. Man wolle eine Taxe der fürstlichen Güter verhindern und alles als Gnadensache erscheinen lassen. Über den Tausch entscheide das Gleichgewicht der Güter. Graf Schlabrendorff habe er überredet, für die Zinsen einen Wechsel auf ein Jahr zu nehmen. Etwa am 16. April reist er bis Ende Mai nach Berlin. Die an Prinz George verkauften Güter seien nun über 700/m Rthl taxiert.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Höchſt gnädigſter Herr!
- Gerne dulde ich von Thoren alles Nachgerede, wann ich
- nur Ewr Hochfürstliche Durchlaucht Sache zum erwünscht[en]
- Zweck gebracht sehn, und daß dies in ein paar Monath
- geſchehen wird dafür bürge ich Ewr Durchlaucht mit meiner
- Ehre und Haabe
- Jener Gras sprecher wird indes das wenigste dabey thun.
- den ich glaube und sehn die Sache als abgemacht an
- Ein Mensch ganz unbedeutend und unbekandt wird der
- Sache den Ausschlag geben. Dem Papiere kan ich dies
- nicht anvertrauen — Indes habe ich der Fürstin durchlaucht ver-
- der Wahrheit zu überzeugen die Gnade gehabt.
- Die Ganze Sache wird ſich von ſelbſt geben und für Ewr.
- Hochfürstliche Durchlaucht eben so Ehrenvoll als Vorteilhaft
- beendigt werden — daß man eine Taxe von Ewr Durchlaucht
- Gütern verhindern will, rührt aus der Höchſt denenſelben
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Durchlauchtigster Fürst
Höchſt gnädigſter Herr!
Gerne dulde ich von Thoren alles Nachgerede, wann ich nur Ewr Hochfürstliche Durchlaucht Sache zum erwünscht[en] Zweck gebracht sehn, und daß dies in ein paar Monath geſchehen wird dafür bürge ich Ewr Durchlaucht mit meiner Ehre und Haabe Jener Gras sprecher wird indes das wenigste dabey thun. den ich glaube und sehn die Sache als abgemacht an Ein Mensch ganz unbedeutend und unbekandt wird der Sache den Ausschlag geben. Dem Papiere kan ich dies nicht anvertrauen — Indes habe ich der Fürstin durchlaucht ver- der Wahrheit zu überzeugen die Gnade gehabt. Die Ganze Sache wird ſich von ſelbſt geben und für Ewr. Hochfürstliche Durchlaucht eben so Ehrenvoll als Vorteilhaft beendigt werden — daß man eine Taxe von Ewr Durchlaucht Gütern verhindern will, rührt aus der Höchſt denenſelben
- bekannten Quelle her, und eben von der Seite will man das es
- blos eine Gnaden Sache heißen soll — Mein Ehrgefühl sträubt
- sich indes stets gegen alles was nur einen Schein von Bettelung
- mit sich führt und in dieser Hinsicht wandle ich so ganz still
- und Bider den mir vorgezeichneten Geraden; Weg fort- und
- bin gewis daß ich trotz allem Gewäsche am Ziel meiner Wün-
- sche gelange —
- Der Monarch will Ewr Hochfürstliche Durchlaucht wohl und
- Der Tausch ist vom König, wann die Güter einander das Gleich-
- gewicht halten, Apröbaret — das Gleich gewicht also ent-
- scheidet — und die Freundschaft des Königes thut hierbey
- nur so viel daß man für entfernt belegenen Güter, nähere
- giebt — und dafür dem Monarchen zu danken ist keine Schande —
- Für die Gleichheit der Güter ist indes gesorgt — und auf
- der Art wird sich alles von selbsten geben.
- Dem Grafen Schlabrendorff habe ich dahin persuadirt, daß
- er von mir für die ihm zu zahlende Intressen einen Wechsel
- nimmt, der übers Jahr zahlbar ist. Ich gehe den Sonntag zu
- ihm um dies Geschäft abzumachen.
- Alles andere werde ich bestens besorgen. Übrigens
- bemerke ich es mir noch unterthänig, daß der Prittwitz
bekannten Quelle her, und eben von der Seite will man das es blos eine Gnaden Sache heißen soll — Mein Ehrgefühl sträubt sich indes stets gegen alles was nur einen Schein von Bettelung mit sich führt und in dieser Hinsicht wandle ich so ganz still und Bider den mir vorgezeichneten Geraden; Weg fort- und bin gewis daß ich trotz allem Gewäsche am Ziel meiner Wünsche gelange — Der Monarch will Ewr Hochfürstliche Durchlaucht wohl und Der Tausch ist vom König, wann die Güter einander das Gleichgewicht halten, Apröbaret — das Gleich gewicht also entscheidet — und die Freundschaft des Königes thut hierbey nur so viel daß man für entfernt belegenen Güter, nähere giebt — und dafür dem Monarchen zu danken ist keine Schande — Für die Gleichheit der Güter ist indes gesorgt — und auf der Art wird sich alles von selbsten geben. Dem Grafen Schlabrendorff habe ich dahin persuadirt, daß er von mir für die ihm zu zahlende Intressen einen Wechsel nimmt, der übers Jahr zahlbar ist. Ich gehe den Sonntag zu ihm um dies Geschäft abzumachen.
Alles andere werde ich bestens besorgen. Übrigens bemerke ich es mir noch unterthänig, daß der Prittwitz
- ein erbarmiglicher Lügener ist — der Mensch hatt mich weiter
- und zwar in Gegenwart des p Wildeganstes, kein Wort
- gesagt — Als
- "Mein Gott Sie durchlaucht quälen mich, ich soll mich die
- Sache annehmen — ich habe es dem Herrn bereits ge-
- sagt, daß ich dies nicht kan — und ich werde es auch
- nochmahls Sie durch laucht schreiben —"
- Da ich nun alles beßer wüste so lies ich den Thoren reden und
- suchte mir die Sache zu befördern.
- Mein Ehrgefühl würde reden dieser Art auch nie verstatten,
- und der Discours würde sich nicht so demüthigend von Seiten
- meiner haben endigen können, als es b. sich rühmen wollen.
- Hintern Rückken mag der Mensch indes reden was er will
- ich werde alles in Stillen so lange gern und willig ertragen
- bis wir am Ziele unserer Wünsche sind —
- Gönnen Ewer Durchlaucht mich nur die Fortdauer Höchſt
- Deroselben Wohlwollens so ersterbe ich als
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Etwann den 16ten April gehn ich
- von hier nach Berlin wo ich
- bis Ende May bleibe
- Die Güter welche ich dem Prinzen George verkauft fallen jezt
- nach einer Justiz und Kammer Räthl Taxe über 700/m rt aus p.p.
- Da gemeint der Hlrn durch mich an 500/m rt. — zu Grunde
- bei ich ein zu gutwilliger
- Tropf und Thun öfters eine und einen
- Kindern Schade
- Breslau den 3ten April
- 1799
- treu unterthänigster Knecht
- v. Triebenfeld
ein erbarmiglicher Lügener ist — der Mensch hatt mich weiter und zwar in Gegenwart des p Wildeganstes, kein Wort gesagt — Als "Mein Gott Sie durchlaucht quälen mich, ich soll mich die Sache annehmen — ich habe es dem Herrn bereits gesagt, daß ich dies nicht kan — und ich werde es auch nochmahls Sie durch laucht schreiben —" Da ich nun alles beßer wüste so lies ich den Thoren reden und suchte mir die Sache zu befördern. Mein Ehrgefühl würde reden dieser Art auch nie verstatten, und der Discours würde sich nicht so demüthigend von Seiten meiner haben endigen können, als es b. sich rühmen wollen. Hintern Rückken mag der Mensch indes reden was er will ich werde alles in Stillen so lange gern und willig ertragen bis wir am Ziele unserer Wünsche sind — Gönnen Ewer Durchlaucht mich nur die Fortdauer Höchſt Deroselben Wohlwollens so ersterbe ich als Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
Etwann den 16ten April gehn ich
von hier nach Berlin wo ich
bis Ende May bleibe Die Güter welche ich dem Prinzen George verkauft fallen jezt nach einer Justiz und Kammer Räthl Taxe über 700/m rt aus p.p. Da gemeint der Hlrn durch mich an 500/m rt. — zu Grunde bei ich ein zu gutwilliger Tropf und Thun öfters eine und einen Kindern Schade
Breslau den 3ten April
1799
treu unterthänigster Knecht
v. Triebenfeld


