Document 103 · Letter
13 March 1799
Wrocław (Breslau)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld says he is delaying a settlement in the Broniewski matter, because Rapacki's evidence tells against the patron, unless the Krotoszyn exchange requires it. He says he won the Chełmski lawsuit in the second instance. Against the charge that the Prince received too many estates he is drawing up a description. He says the Prusimski estates are to be regarded as purchased, since they must first be won in court. As yield he gives Kamionna and Kolno 6,000, Trąbczyn 8,400, Szetlewek 1600 and Brzyce 4,000 Rthl. Glenck is to lay the account before Prittwitz.
Triebenfeld verzögert einen Vergleich in der Broniewskischen Sache, weil Rapackis Beweise gegen den Patron sprechen, außer der Krotoszyner Tausch verlange ihn. Den Chełmskischen Prozess gewann er in zweiter Instanz. Gegen den Vorwurf, der Fürst habe zu viele Güter erhalten, verfasst er eine Beschreibung. Die Prusimskischen Güter seien als gekauft anzusehen, weil sie erst gerichtlich zu erstreiten seien. Als Ertrag nennt er Kamionna und Kolno 6000, Trąbczyn 8400, Szetlewek 1600 und Brzyce 4000 Rthl. Glenck soll die Darstellung Prittwitz vorlegen.
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- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigster Fürst und Herr!
- In der Broniewskischen Sache habe ich weiter noch nichts gethan, weil
- der Instructionis Termin auf den 14 ten d. M ansteht.
- Der Patron will sich jezt sehr gerne vergleichen und ich glaube daß
- er mit etliche 20/m rt. dermalen verlieb nehmen würde.
- Allein Rapackis neuerdings gelieferte reelle Beweise zeugen
- klaar, daß ihm kein Groschen gehört — dies ist der Grund warum
- ich den Vergleich noch aussezze. Nimmt die Regierung diese Gründe
- an so findet kein Vergleich statt — es sey dann daß es der
- Krotoszyner Tausch erheische, nach welchen ich allenfals einige Tausend
- und, um gleich in Possession zu kommen opfern würde. Die Angst
- ist bereits bey ihm sehr groß, den er erbietet sich schon eine Obliga-
- tion die ich von Minister auf Kempen habe anzunehmen.
- Von Hr Schlabrendorff werde ich heute Nachricht habe, ob er
- mit meinen Wechsel auf ein Jahr zufrieden ist. In alle Fälle
- werde ich den zu beruhigen suchen.
- Der Chełmskische Proceß ist in zweiter Instanz gewonnen — es
- steht nun zu erwarten, ob er weiter gehen wird —
- durch Rapacki und Kordaszewcken werde ich vermuthlich
- von die Brzyzer Güter reelle Nachricht erhalten, auch ist an-
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Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigster Fürst und Herr!
In der Broniewskischen Sache habe ich weiter noch nichts gethan, weil der Instructionis Termin auf den 14 ten d. M ansteht. Der Patron will sich jezt sehr gerne vergleichen und ich glaube daß er mit etliche 20/m rt. dermalen verlieb nehmen würde. Allein Rapackis neuerdings gelieferte reelle Beweise zeugen klaar, daß ihm kein Groschen gehört — dies ist der Grund warum ich den Vergleich noch aussezze. Nimmt die Regierung diese Gründe an so findet kein Vergleich statt — es sey dann daß es der Krotoszyner Tausch erheische, nach welchen ich allenfals einige Tausend und, um gleich in Possession zu kommen opfern würde. Die Angst ist bereits bey ihm sehr groß, den er erbietet sich schon eine Obligation die ich von Minister auf Kempen habe anzunehmen. Von Hr Schlabrendorff werde ich heute Nachricht habe, ob er mit meinen Wechsel auf ein Jahr zufrieden ist. In alle Fälle werde ich den zu beruhigen suchen.
Der Chełmskische Proceß ist in zweiter Instanz gewonnen — es steht nun zu erwarten, ob er weiter gehen wird — durch Rapacki und Kordaszewcken werde ich vermuthlich von die Brzyzer Güter reelle Nachricht erhalten, auch ist an
- ſtalt getroffen, daß ich die Documente wegen den Winicer Forſte
- in Händen bekomme, diese werden wohl das Lappische Gewüsch
- der Zeugen sogleich von Grunde aus widerlegen —
- die Chełmskische und Broniewskischen Sachen werden gut be-
- endigt werden, nur die Brzyzer und Winicer erfordern
- alle Attention — weil dahinter das ärgste Gewebe von
- Bosheit steht —
- Überhaupt ſizze ich jezt über eine Beſchreibung derer Ewer
- Hochfürstliche Durchlaucht geschenckten Güter. Eine Zände
- rey zwischen Prittwitz und Glenck, als auch das stete
- Raiſonnement des Herrn Ministers — als hätten Ewer Durchlaucht
- ganz den seine des Königs entgegen zuviel Güter erhalten
- welches Prittwitz beyzupflichten scheint, geben mich dazu An-
- laß.
- Aus einen Brüllt der Neid, und aus dem andern plumpen
- Ignorant. Den nimmt man, daß der König befahl Ewr.
- Hochfürstliche Durchlaucht Güter zugeben die 7 bis 8000 rt. Revenuen
- tragen, so ist dies nur allen pünktlich erfült worden.
- die Confiscirte Prusimskische Güter welche zuerst
- gegeben wurden ſolten den Willen des Königs entſprechen
- Allein die Anschläge des von dem Minister selbst gewählt
ſtalt getroffen, daß ich die Documente wegen den Winicer Forſte in Händen bekomme, diese werden wohl das Lappische Gewüsch der Zeugen sogleich von Grunde aus widerlegen — die Chełmskische und Broniewskischen Sachen werden gut beendigt werden, nur die Brzyzer und Winicer erfordern alle Attention — weil dahinter das ärgste Gewebe von Bosheit steht — Überhaupt ſizze ich jezt über eine Beſchreibung derer Ewer Hochfürstliche Durchlaucht geschenckten Güter. Eine Zände rey zwischen Prittwitz und Glenck, als auch das stete Raiſonnement des Herrn Ministers — als hätten Ewer Durchlaucht ganz den seine des Königs entgegen zuviel Güter erhalten welches Prittwitz beyzupflichten scheint, geben mich dazu Anlaß.
Aus einen Brüllt der Neid, und aus dem andern plumpen Ignorant. Den nimmt man, daß der König befahl Ewr. Hochfürstliche Durchlaucht Güter zugeben die 7 bis 8,000 rt. Revenuen tragen, so ist dies nur allen pünktlich erfült worden. die Confiscirte Prusimskische Güter welche zuerst gegeben wurden ſolten den Willen des Königs entſprechen Allein die Anschläge des von dem Minister selbst gewählt
- Kammerath Beukerts bewiesen, daß noch 2 mahl so viel Schuldig
- auf jene Güter haftete als der Werth derselben nach den Ertrag
- von p Beukert ausgemittelt wurde.
- Um die nun vorhergehabte Böse Absicht zu bemänteln, und die
- sein des Monarchen nachzuleben, schlug dann der Minister
- die verschiedene Geistliche Güter vor welche 8640 rt.
- Revenuen bringen solten.
- die Prusimskischen Güter ſind nun als erkauft anzuſehen
- weil man solche erst gerichtliche vindiciren und Schritt vor
- Schritt erkämpfen, auch noch ansehnliche Summen wird herein
- zahlen müßen. Es sind selbige also gar kein Geschenk
- und stehen mit erkaufte Allodial Güter, wobey man öfter
- glücklicher als bey diese fährt, zu gleiche Verhältniße
- Inzwischen falt der Ertrag hernach davon follgender Art aus
- 1. von Kaemen und Kulm = 6000 rt.
- 2. von Trąbczyn = 8400 rt.
- 3. von Szetlewek = 1600 rt.
- 4. von Brzyze = 4000 rt.
- ist Summa 20000 rt.
- Die nun würcklich geschenckten Güter, bey welchen wie der
- Wille des Königs überschritten worden, sind wie viel
- mahl taxirt und solten trage = 8640 rt.
- durch seren gezahlte Summen und drey Jahrige darin
- verwandte Revenuen ist ein Surplus von circa = 14000 rt.
- herausgebracht, dies thut zusammen = 22640 rt.
- überhaupt 42640 rt.
- NB zu die 8640 rt kommen noch circa 1400 rt Bau Gelder
- die man von die 14000 abrechnen kan, da sind sie nur um circa 12000 rt. Ertrag verbeßert.
Kammerath Beukerts bewiesen, daß noch 2 mahl so viel Schuldig auf jene Güter haftete als der Werth derselben nach den Ertrag von p Beukert ausgemittelt wurde.
Um die nun vorhergehabte Böse Absicht zu bemänteln, und die sein des Monarchen nachzuleben, schlug dann der Minister die verschiedene Geistliche Güter vor welche 8,640 rt. Revenuen bringen solten.
die Prusimskischen Güter ſind nun als erkauft anzuſehen weil man solche erst gerichtliche vindiciren und Schritt vor Schritt erkämpfen, auch noch ansehnliche Summen wird herein zahlen müßen. Es sind selbige also gar kein Geschenk und stehen mit erkaufte Allodial Güter, wobey man öfter glücklicher als bey diese fährt, zu gleiche Verhältniße Inzwischen falt der Ertrag hernach davon follgender Art aus
1. von Kaemen und Kulm = 6,000 rt.
2. von Trąbczyn = 8,400 rt.
3. von Szetlewek = 1,600 rt.
4. von Brzyze = 4,000 rt. ist Summa 20,000 rt.
Die nun würcklich geschenckten Güter, bey welchen wie der Wille des Königs überschritten worden, sind wie viel mahl taxirt und solten trage = 8,640 rt. durch seren gezahlte Summen und drey Jahrige darin verwandte Revenuen ist ein Surplus von circa = 14,000 rt. herausgebracht, dies thut zusammen = 22,640 rt. überhaupt 42,640 rt.
NB zu die 8,640 rt kommen noch circa 1,400 rt Bau Gelder die man von die 14,000 abrechnen kan, da sind sie nur um circa 12,000 rt. Ertrag verbeßert.
- Der Ertrag der Geschenckten Güter ist also nun etwas mehr als um
- das duplum durch Fleiß Kosten und Industrie erhöhet
- Dies ist indes vor dem hellsehenden Manne kein Wunder, noch
- weniger liegt hier das mindeste vergehen, sondern nur blos Hämi-
- ſcher Neid bey den täglichen Gepkerr der Menſchen zum Grunde.
- dem nehme ich die Bischofswerderschen Güter, diese solten höchstens
- nach 4 Anschlage 1500 rt tragen — ich habe sie für 207000 rt.
- verkauft. Die Zastrowschen solte, das g[?] circa 2000 rt tragen
- sie bringen ohnstreitig etliche zwanzig tausend.
- die Dolfschen solten circa 500 rt tragen Treskow — verkauft
- solche jezt für 360000 rt. des Gen[eral]. Ruchels sollten 940 rt
- jährlich tragen, sie sind für 140000 rt verkauft.
- Von allen denen spricht man kein Wort nur bey Ewr Durchlaucht
- Güter fröhnt man den Laster des Neides, und raisonnirt ohne
- zu wißen was. Traurig genug für den Staat das stets
- Menschen besoldet werden, die mir aus Leidenschaft handeln, sich
- bey Kleinigkeiten und der Alltäglichen Chronique Scandaleuse
- verweilen das Ganze aber nie beharrigen.
- Glenck soll indes Prittwitzen unter seinen Nahmen diese dar-
- stellung der Sache vorlegen, und nach diesen wird man ja sehen
- was einer oder der andere vor Schaafs Gesichtern zeigen
- wird. Gott gebe daß Ewr Durchlaucht mir bald Gesund
- zurück kehren, wo nicht so komme ich wohl von Berlin nach
- Öhringen Ansbach oder wo ich höchstdieselbe finde.
- Der leidige Krieg ist also doch wahrlich ausgebracht — Vielmehr
- ist dies aber ein heilsames Gift — Ich ersterbe als
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Breslau den 13ten März
- 1799.
- treuer Knecht
- v Triebenfeld
Der Ertrag der Geschenckten Güter ist also nun etwas mehr als um das duplum durch Fleiß Kosten und Industrie erhöhet Dies ist indes vor dem hellsehenden Manne kein Wunder, noch weniger liegt hier das mindeste vergehen, sondern nur blos Hämiſcher Neid bey den täglichen Gepkerr der Menſchen zum Grunde. dem nehme ich die Bischofswerderschen Güter, diese solten höchstens nach 4 Anschlage 1,500 rt tragen — ich habe sie für 207,000 rt. verkauft. Die Zastrowschen solte, das g[?] circa 2,000 rt tragen sie bringen ohnstreitig etliche zwanzig tausend. die Dolfschen solten circa 500 rt tragen Treskow — verkauft solche jezt für 360,000 rt. des Gen[eral]. Ruchels sollten 940 rt jährlich tragen, sie sind für 140,000 rt verkauft. Von allen denen spricht man kein Wort nur bey Ewr Durchlaucht Güter fröhnt man den Laster des Neides, und raisonnirt ohne zu wißen was. Traurig genug für den Staat das stets Menschen besoldet werden, die mir aus Leidenschaft handeln, sich bey Kleinigkeiten und der Alltäglichen Chronique Scandaleuse verweilen das Ganze aber nie beharrigen.
Glenck soll indes Prittwitzen unter seinen Nahmen diese darstellung der Sache vorlegen, und nach diesen wird man ja sehen was einer oder der andere vor Schaafs Gesichtern zeigen wird. Gott gebe daß Ewr Durchlaucht mir bald Gesund zurück kehren, wo nicht so komme ich wohl von Berlin nach Öhringen Ansbach oder wo ich höchstdieselbe finde. Der leidige Krieg ist also doch wahrlich ausgebracht — Vielmehr ist dies aber ein heilsames Gift — Ich ersterbe als Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
Breslau den 13ten März
1799.
treuer Knecht
v Triebenfeld



